23. Juni 2015

Spuren im Netz

Netz

Wer ohne Vorkehrungen im Netz surft, hinterlässt jede Menge unsichtbare Spuren. Mit nur zwei kleinen Tools und einfachen Maßnahmen lassen sich diese jedoch deutlich reduzieren. Und wer jetzt sagt: „Ich habe doch nichts zu verbergen…“, dem empfehle ich den Artikel „Überwachung macht impotent […] von Friedemann Karig zu lesen.

Wer hierzulande ins Internet geht und etwas sucht, der googelt. In Deutschland liegt der Marktanteil von Google mit ca. 94% (2014) so hoch wie in keinem anderen Land. Im Heimatland, den USA, kommt Google auf 67%. Yahoo und Bing, die beiden anderen Gegenspieler, knapsen sich in den Staaten zusammen immerhin noch rund 30% vom Kuchen ab. Hier sind sie faktisch nicht vorhanden.

Google, wie übrigens auch die anderen Suchmaschinen und Social Media Plattformen allen voran Facebook, sammelt im großen Stile Daten. Da kommen dann so viele Daten zusammen, dass man sie auch Big Data (Wikipedia) nennt. Also Massendaten, die aus unterschiedlichsten Quellen stammen und untereinander in Beziehung gesetzt werden.

Wie lassen sich aber nun die Spuren, die wir beim Surfen hinterlassen reduzieren? Das eine Tool, welches ich Ihnen hier vorstellen möchte, ist im eigentlichen Sinne gar kein Tool, sondern eine Suchmaschine. Allerdings eine, die keine persönlichen Informationen sammelt. Sie hört auf den sympathischen Namen DuckDuckGo und wurde von Gabriel Weinberg programmiert. Der Name stammt übrigens von dem Kinderspiel Duck Duck Goose (Ente, Ente, Gans). Das ursprüngliche Ziel von DuckDuckGo war mit weniger Werbung und mehr Relevanz zu punkten. DuckDuckGo positioniert sich heute als eine Suchmaschine, bei der die Privatsphäre ihrer Nutzer an erster Stelle steht.

Auf meinen Geräten habe ich DuckDuckGo als Standardsuchmaschine eingestellt. Dies lässt sich in der Regel über die Einstellungen des Browsers vornehmen. Wer dabei Hilfe braucht, findet diese auf der Seite von DuckDuckGo. Mit den Treffern bin ich sehr zufrieden, so dass ich nur in Ausnahmefällen auf Google zurückgreifen muss.

Screenshot Disconnect

Disconnect im Einsatz auf focus.de

Das zweite Tool, das ich vorstellen möchte, heißt Disconnect. Disconnect blockiert Malware und Tracking, prüft, wer uns verfolgt und hält unsere Suche geheim. Über ein kleines Plugin im Browser wird das Tracking blockiert und lässt sich leicht ein- und ausschalten. Der Screenshot zeigt Diconnect im Einsatz. Alleine Focus.de wird von 30 Sites getrackt. Um welche Sites es sich handelt, kann man sich leicht anzeigen lassen, s. Screenshot. Geht man mit dem Cursor über die Kreise, weiß man, wer hier trackt. Disconnect findet man unter der Adresse disconnect.me. Damit das Tool weiter entwickelt werden kann, empfehle ich dem Aufruf einer kleinen Spende nachzukommen.

Das Tracking von Facebook & Co. kann ohne viel Aufwand und Tool unterbunden werden. Einfach von der Seite abmelden hilft da schon. Abmelden ist dabei ganz wichtig, denn Facebook trackt auch, wenn man sich gar nicht mehr auf der Seite befindet und den Tab vielleicht schon geschlossen hat.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich nicht alles abschalten, aber es hilft all zu Neugierige in die Schranken zu weisen. Ich wünsche viel Spaß beim Surfen.

 


Ähnliche Tools: Ghostery (Firefox Plugin) Zitat: „Ghostery sieht das „unsichtbare“ Web und erkennt Tracker, Web Bugs, Pixel und Beacons, die von Facebook, Google, mehr als 500 weiteren Werbenetzwerken, Anbietern von Verhaltensdaten und Web-Publishern (d.h. von Unternehmen, die sich für Ihre Aktivität interessieren) eingesetzt werden. Ghostery gibt es auch für die Browser Chrome und Safari.“

Photo Credit: pobre.ch / Foter / CC BY