17. August 2015

Plädoyer für das Papier

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In der jetzigen Zeit verliert das Papier anscheinend immer mehr an Aufmerksamkeit, da es einen Konkurrenten hat. Der Bildschirm – ohne den das Leben heutzutage nicht mehr denkbar ist.

Die meiste Kommunikation findet nur noch auf der digitalen/virtuellen Ebene statt. Wenn man sich kurz die Zeit nimmt und darüber nachdenkt, wann man das letzte Mal einen Brief geschrieben, der wird wohl sehr in die Vergangenheit reisen müssen. Das Geschriebene findet nur noch selten seinen Platz auf dem „haptischen Klassiker“. Doch nicht nur der alltägliche Nachrichtenaustausch hat einen Wandel erlebt, sondern auch die allgemeine Form der Informationsweitergabe. Laptops, Tablets und Smartphones haben die Macht an sich gerissen.

Aber zurück zum Gedruckten. Ist die Ära der Druckerzeugnisse tatsächlich schon vorbei? Glücklicherweise nicht! Das Papier begleitet uns immer noch in treuer Form, ob als klassische Geschäftsausstattung, als Kino-Plakat oder Info-Flyer. Es hat sich aber etwas geändert, denn die Printmedien werden zunehmend hochwertiger und gewinnen zusätzlich an Wertschätzung. Denn Papier ist heute nicht gleich Papier. Es gibt unzählige Farbtöne, Grammaturen und Oberflächen. Auch der Gedanke an die Nachhaltigkeit der Druckerzeugnisse rückt immer mehr in den Vordergrund – nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern auch im Sinne der nachhaltigen Werbewirkung.

„Print ist im Vergleich zu elektronischen Medien das einprägsamere Medium, das Werbebotschaften längerfristig bei den Konsumenten verankert. … Das ist das zentrale Forschungsergebnis einer neurowissenschaftlichen Studie des Siegfried Vögele Institus (SVI) in Königstein.“ (http://www.die-zeitungen.de/die-zeitungen/news/article/papier-schlaegt-bildschirm.html)

Der Sieger im Kampf zwischen Papier und Bildschirm steht also nicht komplett fest. Einerseits bietet die digitale Welt viel mehr Möglichkeiten Informationen schnell und in Maßen weiterzugeben, andererseits ist das auch mit einer Art „Überforderung“ an unsere Informationsaufnahme verbunden. Schnell wird ein kleiner Filter in unserem Gehirn angeschaltet, der konsequent aussortiert und nur eine bedingte Aufnahme des Gesehenen erlaubt.

Das Gedruckte begleitet uns jedoch schon seit Urzeiten und fordert unsere Konzentration auf eine angenehme und zielgerichtete Weise.

Photo Credit: Stewart / Foter / CC BY